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Herz- und Kreislauf Zentrum Rotenburg

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Herzchirurgisches Symposium zum Abschied

Von: Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Datum: 06.12.2011
Kategorie: Aktuelles

Gruppenbild am Rande des Herzchirurgischen Symposiums am Samstag im Festsaal: (v.l.) die Oberärzte Dr. Frank Reitmeier, Dr. Wigand Knake, Dr. Jürgen Graff, Chefarzt PD Dr. Hartmut Oster, HKZ-Geschäftsführer Guido Wernert, HKZ-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Kurt Albus, PD Dr. Ardawan Rastan, ab 1. Januar Chefarzt der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, und Prof. Dr. Christian Vallbracht, Direktor der Kardiologie am HKZ.

Am vergangenen Samstag kamen über 100 Teilnehmer zu einem Herz-chirurgischen Symposium in den Festsaal des HKZ. Unter dem Titel „22 Jahre arterielle Myocardrevaskularisation am HKZ Rotenburg“ zog vor allem der scheidende Chefarzt PD Dr. Hartmut Oster eine Bilanz seines Wirkens. Der besondere Schwerpunkt lag von Anfang an auf der Entwicklung der komplett arteriellen Bypasschirurgie, unabhängig von Alter und Morbidität der Patienten. Diese zukunftsweisende Entwicklung gelang am HKZ einzigartig, so dass heute über 90 Prozent der Patienten mit koronarer Herzkrankheit auf diese Weise versorgt werden.

Seit 1989 wurden am HKZ 34.293 Patienten am Herzen operiert, davon entfallen 79 Prozent auf die Koronarchirugie (Bypässe), 18 Prozent Klappen-chirurgie und 3 Prozent andere, bilanzierte PD Dr. Oster u. a. in seinem Vortrag und bedankte sich dabei ausdrücklich bei dem ganzen Team seiner Klinik.

Nach einem zeitlichen Überblick über die Entwicklung am HKZ durch Geschäftsführer Guido Wernert, einem Grußwort von Prof. Dr. Christian Vallbracht und einem Vortrag von Prof. Dr. Axel Haverich (Medizinische Hochschule Hannover) gab PD Dr. Ardawan Rastan vom Herzzentrum Leipzig Ausblicke in die Zukunft der modernen Herzchirurgie. Der Leipziger Herzchirurg wird ab 1. Januar 2012 die Nachfolge Dr. Osters als Chefarzt der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Herz-und Kreislaufzentrum antreten.



Titelbericht in der Mitarbeiterzeitschrift "H-Gazett´" November 2011:


Pionier der Herzchirurgie im HKZ sagt Adieu -
PD Dr. Hartmut Oster wird in Ruhestand verabschiedet

22 Jahre Herzchirurgie in Rotenburg sind untrennbar verbunden mit dem Chefarzt PD Dr. Hartmut Oster, der in diesen langen Jahren die Klinik durch Blütezeiten und schwierige Zeiten führte und der die Klinik in diesen Wochen in geordnetem stabilen Zustand in neue Hände gibt.

1989 war nach jahrelangem Bemühen die Rotenburger Herzchirurgie endlich in den Krankenhausplan des Landes Hessen aufgenommen worden. Unter den Bewerbern für die Chefarztposition fiel die Wahl auf PD Dr. Hartmut Oster. Aufgewachsen in Waldkappel, nicht weit von seiner späteren Wirkungsstätte, erlernte er sein Handwerk – nach einem Studienaufenthalt in Salt Lake City – in Wien, Hannover und Göttingen. 1983 wurde er Oberarzt bei Prof. Knut Leitz am Klinikum Links der Weser in Bremen, wo seit 1984 mit Konsequenz die Bypasschirurgie mit Brustwandarterien betrieben wurde.

In Rotenburg musste die Klinik innerhalb weniger Monate auf den Operations-betrieb vorbereitet werden. Die Kardiologie war schon gut etabliert und wuchs mit rasant wachsenden Fallzahlen. Kardiologie und Herzchirurgie standen mitten in einem enormen Wachstum. Als bewährte Kräfte brachte Dr. Oster seinen Oberarzt Dr. Wigand Knake und die Leitende OP-Schwester Susanne Menke mit. Aus Gießen kam das Anästhesie- und Intensiv-Team um PD Dr. Dieter Kling. Zusammen mit der Einkaufsleiterin Margit Walzel und dem Technischen Leiter Karl-Heinz Asbrand wurden alle Aufgaben zügig bewältigt. Dass sich kurz nach dem Start der Herzchirurgie in Rotenburg die inner-deutsche Grenze öffnete, verlieh der Klinik einen unerhörten Schub. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den neuen Bundesländern gaben dem HKZ die Möglichkeit, der riesigen Nachfrage aus ganz Deutschland gerecht zu werden.

Die Herzchirurgie in Rotenburg erwarb sich in kurzer Zeit einen exzellenten Ruf. Es war eine tolle Sache, in diesem Team mitarbeiten zu können. 1995 wurden in Kassel und in Marburg herzchirurgische Kliniken eröffnet, die neuen Länder glänzten mit nagelneuen Herzzentren, so dass sich die Versorgungs-landschaft änderte. Gleichzeitig stagnierte deutschlandweit die Zahl der Herzoperationen.

Die anerkannte Qualität und Leistungsfähigkeit der Herzchirurgie war ein wesentlicher Grund dafür, dass die HKZ GmbH & Co. Betriebs KG im Jahre 2003 den Betrieb des Herz- und Kreislaufzentrums in Rotenburg nach der Insolvenz weiterführen konnte.

In 22 Jahren hat sich natürlich auch eine so junge Disziplin wie die Herzchirurgie gewandelt. Um den unveränderten Kern der Koronarbypass-chirurgie und der Klappenersatzchirurgie entwickelten sich unter Dr. Osters Führung insbesondere die Defibrillator-Implantationen und zuletzt der kathetergestützte Klappenersatz. Mehrere Oberärzte und viele Assistenzärzte lernten die Herzchirurgie nach der Rotenburger Methode kennen und entwickelten ihren Berufsweg an anderen Orten erfolgreich weiter.

22 Jahre bedeuten auch, dass die Rotenburger Herzchirurgie zum Lebenswerk eines aus Berufung rührigen und menschlich allseits überaus geschätzten Kollegen und Vorgesetzten geworden ist. Hier steht sein Haus, hier sind seine Kinder groß geworden. Das HKZ bedankt sich von Herzen für seine Leistungen und wünscht Dr. Oster und seiner Ehefrau für die kommenden Jahre alles Gute und die Erfüllung der vielleicht bisher gelegentlich zu kurz gekommenen Wünsche. (Stefan Wild)

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