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Im Gudegrund lief´s gut und rund!

Von: Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Datum: 14.05.2010
Kategorie: Aktuelles

„Wir sinn wenigstens dabei, die annern ham Angst vor das bisschen Gudegrund ...“ Die Radlerin aus Bebra brachte es auf den Punkt. Ganz viele „Vitalos“ ließen sich von dem in diesem Jahr etwas abseits gelegenen Zielpunkt Niedergude nicht beirren und machten auch den 3. Vitaltag zu einem vollen Erfolg. Auf den Strecken herrschte ab dem frühen Morgen eine rege Betriebsamkeit, und auf dem Wieselplatz erfreute sich das „Ländliche Vitalfest“ eines tollen Besuchs.
Klar, dass das etwas höher gelegene Ziel und der wenig verheißungsvolle Wetterbericht des Vortags die Radlerscharen nicht in dem Maße wie vor zwei Jahren nach Bebra lockte. Trotzdem konnten die Organisatoren vom Fachforum Vitalregion (Pro Region Mittleres Fuldatal e.V.) an jenem Maisonntag zufrieden Bilanz ziehen. 362 Teilnehmer holten sich im Ziel ihre Urkunden ab, die Anzahl der verkauften Vitaltags-Buttons lag noch deutlich höher, und im Laufe des Tages tummelten sich gewiss so an die tausend Menschen beim Vitalfest in Niedergude.

Die ersten Radler machten sich bereits am frühen Morgen im Bebraer Ortsteil Solz auf die Strecke. Vom 1050er-Jubiläumsdorf Solz galt es, in einer rund 80 km langen Schleife um den Hausberg der Region, dem Alheimer, zum Ziel in Niedergude zu radeln. Über 50 Mountainbiker nahmen die Herausforderung an und gingen in Solz auf die Strecke. „Auf nach Solz, heimwärts rollt´s“ – dem üblichen Motto der Solzer Szene musste man an diesem Tag allerdings mit vielen kräftigen Pedaltritten nachhelfen. So ganz von alleine ließen sich die etwa 1500 Höhenmeter nämlich nicht abrollen. Der Respekt gilt allen, die auf dieser Strecke unterwegs waren! Viele von ihnen äußerten sich im Ziel beeindruckt von der abwechslungsreichen, aber auch sehr anspruchsvollen Strecke. „Da braucht man gar nicht in Urlaub zu fahren, so eine tolle Gegend haben wir hier ...“, dieser allgemeine Tenor machte deutlich, was nicht oft genug betont werden kann: Das Radelvergnügen fängt in unseren Breiten direkt hinterm heimischen Hausflur an, die Felder und Wiesen der waldhessischen Mittelgebirgslandschaft halten ein optimales Revier bereit.

In Solz ist die Dorfwelt noch in Ordnung. Die Arbeitsgemeinschaft Solzer Vereine lud am frühen Sonntagmorgen zum Vitalfrühstücksbuffet ein. Dabei trafen Rührei, gebratener Schinken und deftige Hausmacher Wurst allerdings auf größere Nachfrage als Joghurt und Müsli. Während vor dem Dorfgemeinschaftshaus die Radler auf die Vitaltagsstrecke gingen, labten sich drinnen die Besucher am Buffet, ein gelungener Auftakt. Später zog eine Solzer Delegation dann auch zum Vitalfest nach Niedergude, um dort für das eigene Jubiläumsjahr Werbung zu machen. Die Hauptfeierlichkeiten im August sollte man sich schon jetzt im Kalender anstreichen.

Die Waldstrecke ermöglichte vom Hesselkopf zwischen Solz und Iba einen ersten Blick auf den Alheimer im Westen. Im leichten Morgendunst präsentierte sich die markante Silhouette des mit 548 Metern zweithöchsten Berges des Stölzinger Gebirges. Über Iba, dann bergauf zur Friedrichseiche, hinab nach Ronshausen und Weiterode ging´s für die Radler dann hinauf zu den Sechsbuchen und hinab nach Meckbach. Nach dem Start in Bebra war nun mit Ludwigsau also die zweite der fünf Pro-Region-Kommunen erreicht. Den Sportplatz von Mecklar hätte man durch die Wiesenflur auch bequemer erreichen können, jedoch hatte sich der Routenplaner noch ein kleines Schmankerl – manche nannten es auch „Gemeinheit“ – einfallen lassen. Vom Meckbacher Sportplatz mussten 120 Höhenmeter bewältigt werden, um den wunderbaren Blick ins Fuldatal Richtung Rotenburg nicht zu verpassen. Vor der sich anschließenden äußerst steilen Abfahrt mit einigen Querrinnen warnte der Hinweiszettel, den die Starter in Solz am Morgen erhielten.

„Na, ihr Mütter, warum stehen denn eure Männer heute nicht hier?“, so begrüßte ein Teilnehmer die eifrigen Frauen vom TSV Mecklar, die am Streckenposten ihren Dienst versahen. Ob sich die Männer tatsächlich zum zünftigen „Muttertags-Frühschoppen“ trafen, ist nicht überliefert ... Am Mecklarer Sportplatz begegneten die Waldstrecken-Fahrer den Talstrecken-Starter, die durchs Fuldatal über 26 km nach Niedergude aufbrachen. Die TSV´ler hatten den Posten mit einem großen Aufgebot fest im Griff und machten Mut für 2012, denn an dieser Stelle soll dann das Vitalfest des 4. Vitaltags stattfinden – 6. Mai 2012, zum Vormerken. Dann feiert der TSV Mecklar sein 100-jähriges Bestehen.

Einen Negativ-Punkt gab es aus dem Bereich Mecklar allerdings zu vermelden: Zahlreiche Hinweisschilder, die zur Markierung der Vitaltagsstrecken dienten, wurden gezielt verändert und hätten großes Chaos verursacht, wenn nicht zur Sicherheit noch mal ein Fahrer am Sonntagmorgen die ganze Strecke kontrolliert hätte. Diese bedauerliche Randerscheinung löst aber vor allem Unmut bei den vier HKZ-Mitarbeitern aus, die von Donnerstag bis Samstag in stundenlanger Zusatzarbeit gut 150 km-Vitaltagsstrecken beschildern mussten. Da kann nicht mehr von einem Späßchen gesprochen werden ...

Nach dem langen Anstieg zur Hohen Buche, wo die Bundeswehr dankenswerterweise beim Beschildern geholfen hatte, folgte die Waldstrecke dem Höhenzug über den „Stock“, dem malerischen Schloss Ludwigseck und die Kreisstraße 66 hinab nach Konnefeld. Während Rotenburg von der Route also nur gestreift wurde, erreichte man nun die Gemeinde Morschen. In Konnefeld ging´s über die Fulda und durch die Wiesenflur nach Heinebach. Über die Hühnerfarm folgte dann der lange Schlussanstieg. Hier mussten bei vielen wirklich die letzten Kraftreserven mobilisiert werden. Vorbei an der Liebesbuche, dem hölzernen Indianer und dem Dreikönigsstein lagen dann auf der Metzebacher Höhe Gudegrund und Alheimer direkt vor den Radlern. Nach dem Forsthaus folgte die letzte Steigung durch die hügelige Wiesenlandschaft hinter Obergude. „Alheimer Allgäu“ hat die Vitaltagsorganisation dieses wunderschöne Fleckchen getauft. Das finale Ausrollen zum Wieselplatz und die Freude, es geschafft zu haben, genossen die Teilnehmer auf dem letzten Stück der Tour.

Auch auf den Talstrecken waren eine Menge Radler unterwegs, was aber bei strahlendem Sonnenschein sicherlich noch zu steigern gewesen wäre. Mancher hatte sich wohl schon auf Grund des wenig verheißungsvollen Wetterberichts vom Vortag gegen eine Vitaltagstour entschieden. Dabei präsentierte sich die Witterung bis zum frühen Nachmittag eigentlich als ideales Radlerwetter: trocken, manchmal kam die Sonne sogar raus und die Temperaturen waren nicht zu warm. Alle Streckenpunkte der Talstrecke wurden auch als Startpunkte genutzt, die Talstrecke folgte dabei den Radwegen R1, R5 und R15 durchs Fuldatal. In Mecklar starteten mehr Teilnehmer als in Morschen, manche begannen ihre Tour auch in Rotenburg am Tennisplatz, in Braach oder in Baumbach. Die Bundesstraße 83 wurde am Abzweig Guddels überquert. Durch die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km/h und die Sicherung der Stelle durch die Feuerwehr Rotenburg lief alles reibungslos und ohne Zwischenfälle. Die Sperrung der Landstraße 3304 ermöglichte dort dann ein Radelvergnügen, wie man es zwischen den Autos sonst nicht finden kann. Die Feuerwehr Hergershausen sicherte die Sperrung am Abzweig Grundmühle, der Festplatz in Niedergude war von Heinebach aus über die Gemeindestraße zu erreichen. In diesem Zusammenhang geht auch ein Dankeschön an die Bauhöfe der Gemeinden Alheim und Rotenburg, die in Sachen Straßensperrung tätig waren
und an die Feuerwehren aus dem Gudegrund.

Gegen 11.00 Uhr streiften in Braach auch die Teilnehmer der Einweihungstour des Energielehrpfades den Vitaltag. Größtenteils ebenfalls per Rad unterwegs, stoppten sie für die feierliche Einweihung in der Kulturscheune am Hof Hafermas. Mit einem Imbiss und einzelnen Redebeiträgen übergab die Delegation jene Informationstafeln ihrer Bestimmung, die nun an den Radwegen zwischen Bebra und Alheim aufgestellt sind und dem Betrachter wichtige Informationen über erneuerbare Energie in der Region geben. Es handelt sich hierbei um ein Projekt der kommunalen Zusammenarbeit zwischen Bebra, Rotenburg und Alheim, kurz: ZuBRA.

Sehr gut angenommen wurde beim Vitaltag auch die Fußstrecke vom HKZ nach Niedergude. Über 150 Sportler starteten als Wanderer, Nordic Walker oder Läufer am HKZ. Über den Alheimer Weg führten zwei Strecken ins Ziel (9,5 und 14,5 km). Auf der längeren Distanz erwartete die „Vitalos“ ein ziemlich matschiger Wartburg-Pfad – Natur pur eben. Den vom HKZ geführten Nordic Walking-Touren schlossen sich zweimal etwa 25 Personen an. Überhaupt war die große Anzahl an mit Stöcken bewaffneten Personen sehr erfreulich. Im Gegensatz dazu ist der Vitaltag bei den Läufern noch nicht so richtig angekommen. Vielleicht liegt´s an der fehlenden Zeitmessung. Lediglich 20 Läufer meldeten sich am Urkundenstand im Ziel, darunter aber auch der Teilnehmer mit der weitesten Anreise, der extra aus Ulm ins Fuldatal gekommen war. Die Strecke und das Vitalfest haben ihm gefallen.

Überhaupt das Vitalfest ... Was die Vereine aus dem Gudegrund auf dem Wieselplatz auf die Beine gestellt haben, war vom Allerfeinsten. Das Programm hielt mit sportlichen Mitmach-Möglichkeiten, kulinarischen Leckereien, unterhaltsamen und informativen Angeboten für jeden etwas bereit. Dazu gab es geführte Wanderungen, ein spektakuläres Bungee-Trampolin der Sparkassen Hersfeld-Rotenburg, und die Kinder erfreuten sich am Wieselplatz mit seinen Wasserspielen. Von der Mittagszeit bis gegen 15.00 Uhr erreichte der Besuch seinen Höhepunkt. Die Wiesen am Ortsrand von Niedergude waren sehr gut gefüllt. Es herrschte jene wunderbare Vitalfest-Atmosphäre, die schon vor zwei und vier Jahren das Zielgeschehen am Breitenbacher See und im Kloster Haydau prägte. Die Sportler konnten beim geselligen Verweilen noch mal ihre Erlebnisse auf den Strecken austauschen. Beim Teilen gemeinsamer Erfahrungen kommt man sowieso immer leicht ins Gespräch. Was es beim Vitalfest im Einzelnen zu erleben gab und welche Vereine daran beteiligt waren, kann man im Faltblatt (siehe unten) nachlesen, das auf dem Platz verteilt wurde.

Der Regen, der dann gegen 15.00 Uhr den weiteren Verlauf des Tages beeinflusste, bescherte vielen Heimradlern noch ein feuchtes Erlebnis und das Treiben auf dem Wieselplatz, der bis nach 17.00 Uhr in „Nieselplatz“ umgetauft werden konnte, reduzierte sich deutlich. Trotzdem zeigten sich die örtlichen Veranstalter um Richard Berge und Niedergudes Ortsvorsteher Otmar Schäfer sehr zufrieden mit dem Festverlauf. „Wir konnten viele Gäste hier bei uns im Gudegrund begrüßen und ihnen schon Appetit auf unser Jubiläumsfest im Juli machen“, so Richard Berge, bei dem die Fäden der Vitalfest-Organisation zusammenliefen. „Wir würden uns freuen, wenn viele von Ihnen am 18. Juli zum stehenden Festzug wiederkommen würden.“

Vereinsvorsitzender Georg Lüdtke, im Hauptberuf Bürgermeister der Gastgebergemeinde Alheim und Fachforumssprecher Guido Wernert, Geschäftsführer des HKZ, konnten also auch den 3. Vitaltag als positiven Impuls für den Ruf des Mittleren Fuldatals als aktive Region verbuchen. Zu zeigen, dass das Leben hier mit seinen überwiegend dörflichen Strukturen und einer intakten Landschaft besonders lebenswert ist, hat man sich ohnehin als Hauptziel auf die Fahnen des Vereins Pro Region geschrieben. Diesen Aspekt zu verdeutlichen, hat man an jenem Maisonntag einmal mehr geschafft.

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